Was darf Zahnersatz kosten?

Überblick zu den Zahnersatz Kosten in Deutschland

Zahn­ersatz in Deutsch­land, für viele Menschen mit Angst und Sorge verbunden, aber nicht allein aufgrund der Zahn­be­hand­lung. Droht der Zahn­ver­lust, denken viele Pati­enten an die Kosten, die auf sie zukommen werden. Wie teuer oder auch günstig ist Zahn­ersatz in Deutsch­land und welche Faktoren beein­flussen die Preise für Zahnersatz?

Wir haben Ihnen einen Ratgeber mit den wich­tigsten Infor­ma­tionen zum Thema „Zahn­ersatz in Deutsch­land“ zusammengestellt.

Inhaltsverzeichnis Zahnersatz in Deutschland

  • Zahn­ersatz in Deutsch­land – Kosten­falle oder geht es auch günstig?
  • Welchen Anteil über­nehmen die Krankenkassen?
  • Welche Zahn­ersatz Thera­pien gibt es?
  • Kosten für die verschie­denen Zahn­ersatz Therapien
  • Warum unter­scheiden sich die Preise regional?
  • Wie können Sie sparen?
  • Macht eine Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung den Zahn­ersatz günstiger?
Zahnersatz in Deutschland - Kosten für Zahnersatz

Zahnersatz in Deutschland – Kostenfalle oder geht es auch günstig?

Zahn­ersatz bereitet vielen Menschen Sorge, denn die Kosten können nicht ganz uner­heb­lich sein. Die Preis­spanne ist enorm hoch. Von ca. 500 Euro für einen fehlenden Zahn bis zu 30.000 Euro für einen voll­ständig zahn­losen Kiefer, der mit einem Implantat getra­genen Zahn­ersatz versorgt wird, sind die Unter­schiede enorm.
Einen Teil der Kosten tragen die Kran­ken­kassen mit dem Fest­zu­schuss, einen Teil können Sie sich von der Zahn­satz­ver­si­che­rung erstatten lassen und bei Inan­spruch­nahme der Härte­fall­re­ge­lung erhalten Sie Ihren Zahn­ersatz zum „Null­tarif“. Wir haben die Faktoren für Sie aufge­schlüs­selt und beginnen mit der Antwort auf die Frage, welchen Anteil die Kran­ken­kassen übernehmen.

Welchen Anteil übernehmen die Krankenkassen?

Diese Kosten übernehmen die PKV und GKV

Die gesetz­li­chen Kran­ken­kassen zahlen für den Zahn­ersatz einen festen Zuschuss, den Fest­zu­schuss. Dazu ist für jeden Befund die Regel­ver­sor­gung fest­ge­legt. Im Rahmen der Regel­ver­sor­gung über­nimmt die GKV seit dem 01. Oktober 2020 60 % der Kosten. Diese 60 % erhalten Sie ohne Bonus­heft. Führen Sie ein Bonus­heft über fünf Jahre regel­mäßig, erhöht sich der Fest­zu­schuss auf 70 %, bei zehn Jahren regel­mä­ßiger Führung sind es 75 %. Das bedeutet, Sie müssen 40 %, 30 % oder 25 % zuzahlen. Es lohnt sich also das Bonus­heft regel­mäßig zu führen.

Die Regel­ver­sor­gung der GKV sieht vor, dass der Zahn­ersatz zweck­mäßig und wirt­schaft­lich sein muss. Ästhetik und Komfort sieht die Regel­ver­sor­gung nicht vor.

Sonderregelung Härtefall

Für Pati­enten mit einem beson­ders geringen Einkommen gilt die Härte­fall­re­ge­lung. Die Einkom­mens­grenze liegt hier bei 1.414 Euro brutto für Allein­ste­hende. Mit einem Ange­hö­rigen liegt die Grenze bei 1.944,25 Euro. Für jeden weiteren Ange­hö­rigen sind es weitere 353,50 Euro. Liegt der Härte­fall vor, über­nimmt die gesetz­liche Kran­ken­kasse 100 % der Zahn­ersatz­kosten und Sie sind von der Zuzah­lung befreit.

Die privaten Kran­ken­kassen (PKV) über­nehmen in der Regel 70 % bis 100 % der Zahn­ersatz­kosten. Der Leis­tungs­um­fang ist abhängig vom jewei­ligen Tarif. In den ersten Jahren begrenzen soge­nannte Zahn­staf­feln die Höhe der Erstat­tung, die sich mit den Jahren der Versi­che­rungs­dauer erhöhen.

Welche Zahnersatz Therapien gibt es?

In Deutsch­land werden rund 50 Zahn­ersatz Thera­pien in der Regel­ver­sor­gung defi­niert. Hinzu kommen die Möglich­keiten, die nicht in der Regel­ver­sor­gung enthalten sind. Unter­schieden wird zwischen fest­sit­zendem und heraus­nehm­barem Zahn­ersatz. Wir geben nach­fol­gend unge­fähre Preise an. Zu den Gesamt­kosten müssen dann noch even­tu­elle zahn­me­di­zi­ni­sche Vorbe­hand­lungen gerechnet werden.

Sie reichen bei Ihrer Kran­ken­kasse den Kosten­plan ein. Die Kran­ken­kasse prüft den Kosten­plan und trägt den Anteil ein, den sie über­nimmt. Die Diffe­renz zwischen dem Kran­ken­kas­sen­an­teil und den Gesamt­kosten ist von Ihnen zu tragen.

Zahnarzt Bad Säckingen
Zahnarzt Albbruck

Zahnersatz Möglichkeiten im Überblick

  • Zahn­krone- Stahl­krone, Stahl­ver­blend­krone, Gold­krone, Gold­ver­blend­krone, Voll­ke­ra­mik­krone einfach u. aufwendig
  • Zahn­brücke- Stahl­brücke, Stahl­brücke verblendet, Gold­ge­rüst verblendet, Voll­ke­ra­mik­brücke einfach u. aufwendig
  • Tele­s­kop­p­ro­these- auf 2, 3, 4 oder 6 TK
  • Klam­mer­pro­these (Modell­guss­pro­these)
  • Voll­pro­these
  • Implan­tate- Einzel­im­plantat, kleine Implan­tat­brücke, fixierte Zahn­pro­these auf 2 oder 4 Implan­taten, feste Brücke auf zahn­losem Kiefer und 6 Implantaten

Kosten für die verschiedenen Zahnersatz Therapien

Die Zahnkrone

Die Zahn­krone ist der häufigste Zahn­ersatz, obwohl sie rein tech­nisch gar keinen Zahn­ersatz darstellt, sondern den Zahn nur über­kront. Sie können zwischen güns­tigen Stahl­kronen und Stahl­ver­blend­kronen, dem Gold­ge­rüst verblendet oder der hoch­wer­tigen Voll­ke­ra­mik­krone wählen. In der modernen Zahn­me­dizin wird heute die Voll­ke­ramik Krone am häufigsten gewählt.

Die Krone wird voll­ständig aus Voll­ke­ramik gefer­tigt und enthält kein Metall. Neben der hoch­wer­tigen Ästhetik gibt es keine Unver­träg­lich­keiten. Die Kosten einer Stahl­krone liegen bei ca. 300 Euro, die Kosten einer aufwen­digen Voll­ke­ra­mik­krone bei ca. 1.000 Euro.

Die Teilkrone

Nicht immer ist der Zahn so stark geschä­digt, dass eine komplette Krone erfor­der­lich ist. In diesem Fall kann man eine Teil­krone einsetzen, die aus biokom­pa­ti­blem Metall oder Kunst­stoff gefer­tigt wird. Die Teil­krone wird auf den Teil des Zahnes aufge­bracht, der stark geschä­digt ist. Die Kran­ken­kassen über­nehmen die Kosten für Teil­kronen aus Metall. Entscheiden Sie sich für eine Teil­krone aus Kunst­stoff, erhalten Sie den Fest­zu­schuss und müssen die Diffe­renz selbst tragen.

Die Zahnbrücke

Die Zahn­brücke kann mehrere fehlende Zähne ersetzen und wird als Stahl­brücke, Gold­ge­rüst und Voll­ke­ra­mik­brücke ange­boten. Die Stahl­brücke ist eine güns­tige, aber im Sicht­be­reich nicht unbe­dingt ästhe­ti­sche Lösung. Das Gold­ge­rüst wird heute kaum noch mehr verwendet. Hier hat sich der Zeit­geist der Ästhetik geän­dert. Am häufigsten entscheiden sich Pati­enten für die Voll­ke­ra­mik­brücke, die sowohl im Komfort als auch in der Ästhetik punktet. Die einfache Stahl­brücke verblendet kostet ca. 850 Euro, die aufwen­dige Voll­ke­ra­mik­brücke ca. 1.750 Euro bis ca. 2.800 Euro.

Die Teleskopprothese

Die Tele­s­kop­p­ro­these wird nicht von allen gesetz­li­chen Kran­ken­kassen bezu­schusst und ist damit ein relativ kosten­in­ten­siver Zahn­ersatz in Deutsch­land. Gefer­tigt werden Tele­s­kop­p­ro­thesen aus Gold oder Keramik. Neben den Mate­ri­al­kosten ist die Technik aufwendig, sodass sich die Preise auf ca. 1.200 Euro bis ca. 7.500 Euro belaufen.

Die Klammerprothese (Modellgussprothese)

Die Klam­mer­pro­these (Modell­guss­pro­these) ist die preis­wertes Form des Zahn­ersatzes, sodass auch Ihr Eigen­an­teil sehr gering ausfällt. Diese Form des Zahn­ersatzes hat zwei Nach­teile. Im Sicht­be­reich ist das Metall sichtbar, dass viele Menschen als unäs­the­tisch empfinden. Außerdem kann es passieren, dass die Zähne, auf denen die Klam­mern sitzen, durch das Einsetzen und Heraus­nehmen geschä­digt werden. Die Klam­mern beschä­digen den Zahn­schmelz und die Zähne werden anfäl­liger für Karies. Die Kosten für eine Klam­mer­pro­these liegen bei ca. 700 Euro.

Die Vollprothese

Die Voll­pro­these ist eine einfache und im Vergleich zu Implan­taten güns­tige Möglich­keit einen voll­ständig zahn­losen Kiefer mit einem Zahn­ersatz zu versorgen. Ist die Voll­pro­these gut gemacht, wird sie einfach einge­setzt und ist für den Pati­enten einfach und ange­nehm zu tragen. Die Kosten für eine Voll­pro­these liegen bei ca. 800 Euro je Kiefer.

Das Implantat (Zahnimplantat)

Das Implantat, bzw. die Implan­tate sind der teuerste Zahn­ersatz in Deutsch­land, aber auch der hoch­wer­tigste. Die Kosten belaufen sich für ein Einzel­im­plantat auf ca. 2.400 Euro, für einen zahn­losen Kiefer fallen ca. 15.000 Euro an. Hoch­wer­tige Implan­tate ersetzen den verlo­renen Zahn nahezu perfekt. Ein weiterer großer Vorteil, das Implantat sorgt für Stabi­lität des Kiefer­kno­chens, der sich mit einem Implantat weniger schnell zurückbildet.

Warum unterscheiden sich die Preise regional?

Kann ein Zahnersatz in Bayern teurer sein als in NRW?

Ja, tatsäch­lich unter­scheiden sich die Preise für Zahn­ersatz in Deutsch­land regional. Ein Zahn­ersatz in Bayern kann durchaus teurer sein als in NRW, der wiederum teurer sein kann als in Bremen. Gehälter und Lebens­hal­tungs­kosten sind regional unter­schied­lich und haben einen Einfluss auf die Preis­ge­stal­tung des Zahnersatzes.

Hinzu kommt, dass Labore weder bei Kassen- noch bei Privat­leis­tungen an eine Gebüh­ren­ord­nung gebunden sind, dürfen sie ihre Preise frei kalku­lieren. Auch hieraus ergeben sich Preisunterschiede.

Ein weiterer Faktor der Preis­ge­stal­tung ist der Sitz des Labors. Handelt es sich um Meis­ter­labor in Deutsch­land oder wird der Zahn­ersatz im Ausland gefertigt?

Wie können Sie sparen?

Führen Sie Ihr Bonusheft regelmäßig

Sie können die Kosten für Ihren Zahn­ersatz senken, wenn Sie Ihr Bonus­heft regel­mäßig führen. Regel­mäßig bedeutet, dass Sie mindes­tens einmal im Jahr die Kontroll­un­ter­su­chung / Vorsor­ge­un­ter­su­chung durch­führen lassen. Dafür erhalten Sie einen Stempel in Ihr Bonus­heft. Nach fünf Jahren erhöht sich der Zuschuss der Kran­ken­kasse von 60 % auf 70 %. Der Zuschuss ist ein Fest­zu­schuss, den Sie unab­hängig davon, wie Sie Ihren fehlenden Zahn ersetzen lassen.

Macht eine Zahnzusatzversicherung den Zahnersatz günstiger?

Ja, je früher und umfang­rei­cher Sie eine Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung abschließen, desto geringer fällt Ihr Eigen­an­teil für den Zahn­ersatz aus. Je nach Versi­che­rungs­leis­tungen können Sie Ihren Zahn­ersatz sogar zum Null­tarif erhalten und müssen gar keinen Eigen­an­teil leisten. Eine Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung lohnt sich (fast) immer, aber ganz beson­ders, wenn Sie sich für ein besseres Mate­rial und eine schöne Ästhetik entscheiden möchten. Sie erhalten zwischen 80 % und 100 %, sodass Sie je nach gewähltem Tarif einen hoch­wer­tigen Zahn­ersatz zum Null­tarif enthalten.

Da die meisten Zahn­zu­satz­ver­si­che­rungen eine Warte­zeit für den Zahn­ersatz verein­baren und / oder Zusatz­re­ge­lungen für bereits geschä­digte Zähne haben, müssen Sie diese Zeit einkal­ku­lieren. In der Regel lohnt es sich die Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung bereits in jungen Jahren abzu­schließen. Die Beiträge sind dann güns­tiger, Sie müssen keine Warte­zeit vor der Zahn­be­hand­lung beachten und die Versi­che­rung kommt direkt für Zusatz­be­hand­lungen wie die profes­sio­nelle Zahn­rei­ni­gung auf.